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UG gründen Kosten: Der vollständige Überblick für 2024

UG gründen Kosten: Der vollständige Überblick für 2024
Bild: Pixabay

Die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) – kurz UG – ist besonders für Gründer mit begrenztem Startkapital eine attraktive Rechtsform. Doch welche Kosten kommen tatsächlich auf Sie zu, wenn Sie eine UG gründen möchten? In diesem Artikel erhalten Sie einen detaillierten Überblick über alle anfallenden Ausgaben und erfahren, wie Sie bei der Gründung Ihrer UG Geld sparen können.

Die wichtigsten Kostenpunkte im Überblick

Bei der Gründung einer UG entstehen verschiedene Kosten, die sich in Pflichtausgaben und optionale Ausgaben unterteilen lassen. Die Gesamtkosten für die UG-Gründung bewegen sich typischerweise zwischen 300 und 800 Euro – abhängig davon, ob Sie das Musterprotokoll nutzen oder einen individuellen Gesellschaftsvertrag erstellen lassen.

Stammkapital: Der Mindestbetrag für Ihre UG

Ein wesentlicher Vorteil der UG gegenüber der klassischen GmbH sind die deutlich geringeren Anforderungen an das Stammkapital. Während bei einer GmbH mindestens 25.000 Euro erforderlich sind, können Sie eine UG bereits ab 1 Euro gründen. In der Praxis empfehlen Experten jedoch ein Stammkapital von mindestens 500 bis 1.000 Euro, um die laufenden Geschäfte und Anfangskosten decken zu können.

Wichtig zu wissen: Das Stammkapital muss vollständig eingezahlt werden, bevor die UG im Handelsregister eingetragen wird. Anders als bei der GmbH ist keine Teileinzahlung möglich.

Notarkosten bei der UG-Gründung

Die Beurkundung des Gesellschaftsvertrags durch einen Notar ist gesetzlich vorgeschrieben und stellt einen der größten Kostenpunkte dar. Die Notarkosten richten sich nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) und sind abhängig vom Stammkapital sowie der Komplexität der Gründung.

Kosten mit Musterprotokoll

Wenn Sie das vereinfachte Musterprotokoll verwenden, fallen deutlich geringere Notarkosten an. Bei einem Stammkapital von 1.000 Euro liegen die Gesamtkosten beim Notar (inklusive Beurkundung, Handelsregisteranmeldung und Bekanntmachung) typischerweise zwischen 150 und 250 Euro. Diese Variante eignet sich besonders für Einzelgründer oder maximal drei Gesellschafter mit standardisierten Anforderungen.

Kosten mit individuellem Gesellschaftsvertrag

Benötigen Sie einen maßgeschneiderten Gesellschaftsvertrag mit spezifischen Regelungen, steigen die Notarkosten entsprechend. Hier müssen Sie mit 300 bis 500 Euro rechnen. Der individuelle Vertrag bietet jedoch deutlich mehr Flexibilität bei Gewinnverteilung, Geschäftsführerbestellung oder Sonderregelungen für mehrere Gesellschafter.

Handelsregistereintragung: Pflichtkosten für die UG

Die Eintragung ins Handelsregister ist zwingend erforderlich, damit Ihre UG rechtsfähig wird. Die Gebühren für die Handelsregistereintragung betragen pauschal etwa 150 Euro. Hinzu kommen circa 40 bis 50 Euro für die Bekanntmachung im elektronischen Bundesanzeiger. Diese Kosten sind im Notarhonorar meist bereits enthalten oder werden vom Notar separat abgerechnet.

Gewerbeanmeldung und weitere behördliche Kosten

Nach der Eintragung ins Handelsregister müssen Sie Ihre UG beim zuständigen Gewerbeamt anmelden. Die Kosten für die Gewerbeanmeldung variieren je nach Gemeinde, liegen aber üblicherweise zwischen 20 und 60 Euro. Für bestimmte Branchen können zusätzliche Genehmigungen erforderlich sein, die weitere Gebühren nach sich ziehen.

Optionale, aber empfehlenswerte Kosten

Geschäftskonto

Ein separates Geschäftskonto ist für die UG nicht gesetzlich vorgeschrieben, wird aber dringend empfohlen, um private und geschäftliche Finanzen sauber zu trennen. Die Kosten für ein Geschäftskonto variieren stark zwischen den Anbietern: Von kostenlosen Online-Konten bis zu 15-30 Euro monatlich bei traditionellen Banken ist alles möglich.

Beratungskosten

Die Unterstützung durch einen Steuerberater oder Rechtsanwalt bei der Gründung ist optional, kann aber spätere Probleme vermeiden. Einmalige Beratungskosten bewegen sich typischerweise zwischen 200 und 800 Euro, abhängig vom Umfang der Beratung. Gerade bei komplexeren Gesellschafterstrukturen oder steuerlichen Besonderheiten kann sich diese Investition lohnen.

Gründungsservice-Anbieter

Spezialisierte Dienstleister wie einfach-ug.de bieten Rundum-Pakete für die UG-Gründung an. Diese Services übernehmen die Vorbereitung aller Dokumente, koordinieren Notartermine und kümmern sich um die Formalitäten. Die Kosten für solche Gründungspakete liegen meist zwischen 100 und 400 Euro zusätzlich zu den regulären Notar- und Registergebühren, sparen aber erheblich Zeit und Aufwand.

Laufende Kosten nach der Gründung

Neben den einmaligen Gründungskosten sollten Sie auch die laufenden Kosten im Blick behalten. Dazu gehören:

Die Ansparrücklage: Besonderheit bei der UG

Ein wichtiger Kostenfaktor, der oft übersehen wird: Bei der UG besteht die gesetzliche Pflicht, jährlich 25% des Jahresüberschusses in eine Rücklage einzustellen, bis das Stammkapital der GmbH von 25.000 Euro erreicht ist. Diese Ansparrücklage reduziert zwar nicht die direkten Gründungskosten, mindert aber die verfügbaren Mittel für Ausschüttungen und Investitionen in den Folgejahren.

Tipps zum Sparen bei der UG-Gründung

Mit einigen strategischen Entscheidungen können Sie die Kosten für die UG-Gründung optimieren:

Fazit: Was kostet die UG-Gründung wirklich?

Die reinen Pflichtkosten für die Gründung einer UG liegen bei etwa 300 bis 500 Euro, wenn Sie das Musterprotokoll nutzen. Mit individuellem Gesellschaftsvertrag und zusätzlichen Dienstleistungen können die Gesamtkosten auf 800 bis 1.500 Euro steigen. Entscheidend ist, dass Sie von Anfang an alle Kostenpunkte einkalkulieren und ausreichend Stammkapital einplanen, um nicht nur die Gründungskosten, sondern auch die ersten Monate des Geschäftsbetriebs abzudecken. Mit der richtigen Vorbereitung und transparenter Kostenplanung steht Ihrer erfolgreichen UG-Gründung nichts im Wege.